Leider lässt sich in vielen deutschen Städten/Regionen der Trend beobachten, dass (immaterielle) Kultur immer mehr als "Privatsache" abgetan wird. Zum einen mag das vielleicht auch so sein, jedoch vorwiegend wenn man dies im Detail betrachtet. Es gibt keine "Anleitung" wie man z.B Ostern feiert. Dass es jedoch gefeiert wird ist wiederum ein Brauchtum und damit auch Teil immaterieller Kultur. Dies gilt nicht nur für religiöse Feste wie eben Ostern oder Weihnachten, sondern für alle Formen immaterieller Kultur. Hierzu zählen unteranderem Brauchtum, Traditionen, Sprache, etc.
Nun ist es so, dass immaterielle Kultur einen merklichen Einfluss auf Identitätsbildung hat. Ob nun rein auf ein Individuum oder auf eine Gruppe bezogen ist hier irrelevant. So identifiziert man sich z.B. als Bayreuther/Bayreutherin nicht ausschließlich weil man in dieser Stadt wohnt sondern auch weil man sich mit der hiesigen (immateriellen) Kultur identifiziert. In den Kultur- und Identitätswissenschaften spricht man hier von der Inklusions-Identität. Und genau hier setzt meine Frage an. Was gedenken die OB Kandidaten und Kandidatinnen zu tun, um regionale immaterielle Kultur zu fördern und so zu verhindern, dass die Bayreuther/Bayreutherinnen sich im Strudel der Multikulturalität verlieren?
